SWISS erzielt im ersten Quartal operatives Ergebnis von 30 Millionen Franken
SWISS hat im ersten Quartal 2026 ein höheres operatives Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Es lag bei 30,0 Millionen Schweizer Franken (1. Quartal 2025: 3,3 Millionen Schweizer Franken).
Die finanzielle Entwicklung der Airline wurde durch geopolitische Verschiebungen – insbesondere im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten – spürbar beeinflusst. Auf einzelnen Strecken führte das kurzfristig zu mehr Nachfrage. In der Folge sind dort die Durchschnittserlöse gestiegen. Dieser Effekt überdeckt aktuell noch einen wichtigen Punkt: Die deutlich gestiegenen Treibstoffkosten kommen zeitverzögert bei SWISS an – und werden das Ergebnis im zweiten Quartal spürbar belasten.
Im ersten Quartal 2026 hat Swiss International Air Lines (SWISS) ein operatives Ergebnis von 30,0 Millionen Schweizer Franken verbucht. Im Vorjahresquartal lag das Ergebnis bei 3,3 Millionen Schweizer Franken. Die operativen Erträge lagen im Zeitraum Januar bis März bei 1,22 Milliarden Schweizer Franken. Sie sind damit trotz eines geringeren Flugangebots um 0,3 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr (1. Quartal 2025: 1,22 Milliarden Schweizer Franken).
Dennis Weber, CFO von SWISS, erklärt: «Der März war aussergewöhnlich stark – und genau deshalb ist das Quartal nur bedingt aussagekräftig. Der Nahostkonflikt hat die Nachfrage, vor allem auf Asienrouten, spürbar angekurbelt und die Erlöse steigen lassen. Gleichzeitig sind höhere Treibstoffkosten noch nicht voll durchgeschlagen, weil sich Marktpreisveränderungen erst mit einem gewissen Zeitverzug auf unser Ergebnis auswirken. Diese Kombination hat zu einem sehr starken März und damit zu einem soliden Quartal geführt. Im zweiten Quartal werden die Belastungen im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt jedoch deutlich steigen.»
Weber ergänzt: «Hätten wir im März bereits die Treibstoffpreise bezahlen müssen, die wir für April und die kommenden Monate erwarten, hätte sich ein deutlich anderes Quartalsergebnis ergeben. Aktuell liegt der Kerosinpreis annähernd doppelt so hoch wie vor dem Irankrieg. Im April haben wir die Auswirkungen bereits deutlich gespürt, obwohl wir durch Preisabsicherungen (Hedging) teilweise vor steigenden Kerosinpreisen geschützt sind. Insofern müssen wir umso intensiver an den Effizienzsteigerungen und Kostenmassnahmen arbeiten, die wir bereits weit vor der Krise im Nahen Osten eingeleitet haben.»
Leicht rückläufige Verkehrsleistung bei verbesserter Auslastung
SWISS beförderte im ersten Quartal 2026 knapp 3,7 Millionen Passagiere und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt führte SWISS rund 29 600 Flüge durch, was einem Rückgang von 7,1 Prozent entspricht. Die angebotenen Sitzkilometer (ASK) gingen um 3,4 Prozent zurück; diese Kennzahl stellt die Leistungseinheit im Luftverkehr dar. Die mangelnde Verfügbarkeit von Triebwerken aufgrund hoher Wartungsaufwände sowie Pilotenengpässe trugen dazu bei. Die verkauften Sitzkilometer (RPK) wiederum legten um 0,8 Prozent zu. Der Sitzladefaktor (SLF) verbesserte sich entsprechend um 3,4 Prozentpunkte. CFO Weber erläutert: «Trotz des kleineren Angebots konnten wir die Nachfrage gut nutzen: Unsere Flüge waren insgesamt sehr gut ausgelastet und wir haben leicht mehr Verkehrsleistung verkauft als im Vorjahr.»
Sowohl bei der Flugplanstabilität als auch bei der Abflugpünktlichkeit zeigt sich im aktuellen Zeitraum eine leichte Verschlechterung. Der Hauptgrund dafür sind die zahlreichen Streichungen im Zusammenhang mit Streiks in den anderen Heimatmärkten der Lufthansa Group sowie den Auswirkungen des Nahostkonflikts. Die Stabilität bleibt mit 97,4 Prozent auf sehr hohem Niveau. Die Abflugpünktlichkeit belief sich auf 75,2 Prozent.
Gegenwind nimmt zu – Fokus auf strukturelle Stärke
Unabhängig von aktuellen geopolitischen Entwicklungen sieht sich SWISS weiterhin mit grossen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Die Airline hält daher unverändert an der Umsetzung ihres Kostensparprogramms fest, das bereits vor Ausbruch des Nahostkonflikts lanciert wurde. Ziel ist es, die strukturelle Kostenbasis nachhaltig zu verbessern.
Jens Fehlinger, CEO von SWISS, erklärt: «Das solide Quartalsergebnis ist das Ergebnis von harter und guter Arbeit des SWISS-Teams. Aber es lässt sich nicht einfach fortschreiben. Wir stehen weiterhin vor grundlegenden Herausforderungen in einem angespannten Umfeld: Triebwerke fehlen, unsere Produktivität ist rückläufig, der Kostendruck bleibt hoch. Beim Treibstoff sind wir mit einem massiven Preisanstieg konfrontiert. Deshalb müssen wir konsequent an uns arbeiten, um flexibel auf die volatile Weltlage zu reagieren. Wir müssen einfacher und effizienter werden. Dazu gehört auch ein neuer GAV für unsere Pilotinnen und Piloten – einer, der die Notwendigkeit, unsere Produktivität zu steigern, in Einklang bringt mit dem Wunsch unserer Kolleginnen und Kollegen im Cockpit nach mehr Planbarkeit. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Nur so bleiben wir langfristig wettbewerbsfähig.»
Stabile Nachfrage bei Reisen im Sommer
Mit Blick auf die bevorstehende Sommersaison zeigt sich kurzfristig eine robuste Nachfrageentwicklung. Besonders auf den Asienrouten bleibt die Nachfrage sehr hoch, was sich entsprechend in höheren Durchschnittserlösen widerspiegelt. Dennoch bleibt die Lage sehr volatil, was Prognosen erschwert.
CEO Fehlinger erklärt: «Wir beobachten klare Trends beim Buchungsverhalten. Immer mehr Buchungen erfolgen kurzfristig. Gleichzeitig ist die Nachfrage in den Premiumklassen weiterhin sehr hoch. Zudem nutzen vermehrt Kundinnen und Kunden von bzw. nach Asien die Angebote von SWISS.»
Erklärtes Ziel von SWISS ist, ihren Flugplan trotz der dynamischen Situation so stabil wie möglich zu halten. SWISS beobachtet daher die Entwicklungen rund um die Treibstoffversorgung kontinuierlich und prüft verschiedene Szenarien, um im Bedarfsfall schnell die bestmöglichen Lösungen für ihre Fluggäste zu finden. Darüber hinaus arbeitet SWISS gemeinsam mit der Lufthansa Group, Partnern und Behörden intensiv daran, eine zuverlässige Treibstoffversorgung sicherzustellen.
CEO Fehlinger sagt: «Für uns ist entscheidend, dass wir unseren Gästen auch in einem anspruchsvollen Umfeld weiterhin ein verlässliches und hochwertiges Reiseerlebnis bieten. Die Fortschritte, die wir im vergangenen Jahr bei Produkt und Service erzielt haben, zeigen sich bereits in einer steigenden Kundenzufriedenheit. Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.»
Swiss International Air Lines