Lufthansa präsentiert erstes Quartal

06.05.2026 PS
Lufthansa Boeing B747-8
Lufthansa Boeing B747-8 (Foto: Lufthansa)

Die Lufthansa Group verbessert das operative Ergebnis im ersten Quartal 2026 deutlich und behält positiven Gesamtjahresausblick bei.

Der Lufthansa Konzern steigerte seinen Umsatz im 1. Quartal 2026 um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Trotz des Umsatzanstiegs muss der Konzern einen Verlust von 612 Millionen Euro hinnehmen. Die Gruppe erwartet für das Gesamtjahr 2026 weiterhin einen Gewinn (Adjusted EBIT) der deutlich über dem des Vorjahres liegt.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG:

Wir konnten im ersten Quartal das finanzielle Ergebnis des Vorjahres beim Adjusted EBIT um 110 Millionen Euro und beim Konzernergebnis um 220 Millionen Euro deutlich verbessern. Der Konzernumsatz stieg um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert für ein erstes Quartal. Wir erreichen, was wir uns vornehmen und liefern, was wir versprochen haben. Das gilt insbesondere aus Sicht unserer Kunden auch für unsere Produkt- und Flottenerneuerung. Mit sieben Neuauslieferungen, davon fünf Langstreckenflugzeugen, liegen wir im ersten Viertel des Jahres voll im Plan.

Doch die anhaltende Krise im Mittleren Osten, verbunden mit steigenden Treibstoffkosten und operativen Einschränkungen, stellt die Welt insgesamt, den globalen Luftverkehr und auch unser Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Allerdings sind wir resilient aufgestellt, um diese Auswirkungen abzufedern. Dies gilt sowohl für unsere überdurchschnittliche Absicherung gegen Treibstoffpreisschwankungen als auch unsere Multi‑Drehkreuz und Multi‑Airline‑Strategie, die uns mehr Flexibilität im Streckennetz und bei der Flottenentwicklung ermöglicht. Ergänzt um eine erfolgreiche Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik, werden wir daher - wie so oft in den 100 Jahren unserer Geschichte - auch aus dieser Krise mit unserem Team von 110.000 Beschäftigten gestärkt hervorgehen.

Deutlich verbessertes Ergebnis im ersten Quartal 2026

Die Lufthansa Group hat ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 8,7 Milliarden Euro gesteigert (Vorjahr: 8,1 Milliarden Euro). Dabei verzeichnete das Unternehmen einen operativen Verlust (Adjusted EBIT) von 612 Millionen Euro, eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: -722 Millionen Euro).

Die Adjusted EBIT-Marge verbesserte sich auf -7,0 Prozent (Vorjahr: -8,9 Prozent). Das Konzernergebnis stieg auf -665 Millionen Euro (Vorjahr: -885 Millionen Euro). Der Adjusted Free Cashflow stieg um 65 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 835 Millionen Euro).

Netzwerk-Airlines profitieren von hoher Nachfrage und Flexibilität im Netz

Die Netzwerk-Airlines der Gruppe hielten ihr Angebot im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres nahezu stabil. Ein leichtes Wachstum im Langstreckenverkehr kompensierte kleinere Kapazitätsreduktionen im Kurz- und Mittelstreckensegment. Die Auslastung stieg auf 81,9 Prozent und die Stückerlöse stiegen um 3,3 Prozent gegenüber Vorjahr. Beide Kennzahlen wurden im Wesentlichen durch einen starken Nachfrageanstieg im März infolge der Angebotsreduktion über Drehkreuze im Mittleren Osten getrieben. Dadurch wurde auch deutlich überkompensiert, dass einige Verbindungen zu Zielen im Mittleren Osten nicht mehr angeflogen werden konnten.

Die Airlines der Lufthansa Group passten ihren Flugplan aufgrund der gestiegenen Nachfrage insbesondere auf den Asien- und Afrika-Routen an und ergänzten zusätzliche Flüge. Die starke Nachfrage drückte sich dabei auch in höheren Durchschnittserlösen im Premiumsegment aus. Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies resultiert aus dem geringer als geplanten Kapazitätsanstieg bei gleichzeitigem Kostenanstieg bedingt durch höhere Personalaufwendungen und Abschreibungen. Insgesamt belief sich das Adjusted EBIT der Netzwerk Airlines auf -605 Millionen Euro, was eine Verbesserung um 135 Millionen Euro gegenüber Vorjahr bedeutet.

Punkt-zu-Punkt-Airlines verlagern Kapazität aus der Golfregion nach Europa

Eurowings steigerte ihr Angebot um fünf Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. Die Stückerlöse stiegen um 6,8 Prozent, im Wesentlichen aufgrund eines starken Europageschäfts im März. Vor dem Hintergrund der Krise im Mittleren Osten hat Eurowings Flüge in die zuletzt wachstumsstarke Golfregion vorerst aus dem Programm genommen.

Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 5,1 Prozent, insbesondere aufgrund höherer Wartungsaufwendungen und Kosten aufgrund wetterbedingter Flugunregelmäßigkeiten.

Das Beteiligungsergebnis aus dem SunExpress Joint Venture lag aufgrund der schwierigen Marktsituation in der Türkei um zehn Millionen Euro unter Vorjahr.

Insgesamt sank das Adjusted EBIT im Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines im ersten Quartal 2026 um 14 Millionen Euro auf -215 Millionen Euro.

Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo mit starkem Ergebnisbeitrag

Die Nachfrage nach Wartungs-, Überholungs- und Reparaturleistungen sowie weiteren Produkten von Lufthansa Technik ist ungebrochen hoch. Die Umsatzerlöse stiegen um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,0 Milliarden Euro), wobei die Umsatzerlöse aus dem Geschäft mit externen Kunden sogar um 19 Prozent anstiegen. Materialknappheit am Weltmarkt belastete das Ergebnis ebenso wie Personalknappheit und Kosten für notwendige Qualifizierungsmaßnahmen, sodass das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) mit 158 Millionen Euro auf Vorjahresniveau blieb (Vorjahr: 161 Millionen Euro).

Lufthansa Cargo konnte ihr Angebot im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr klar um sieben Prozent ausbauen. Dies lag insbesondere an gestiegenen Frachtraum-Kapazitäten, unter anderem durch die Vermarktung der Frachträume von ITA Airways.

Vor dem Hintergrund der Krise im Mittleren Osten nahm die Dynamik im Luftfrachtgeschäft gegen Ende des Quartals weiter zu. Insbesondere im März verbesserten sich die Durchschnittserlöse im Vergleich zum Vorjahr weiter. Gleichzeitig lagen die Stückkosten dank gesunkener Wartungsaufwendungen und konsequentem Kostenmanagement um vier Prozent unter Vorjahr. Insgesamt erwirtschaftete Lufthansa Cargo ein deutlich verbessertes Adjusted EBIT von 83 Millionen Euro (Vorjahr: 62 Millionen Euro).

Gesteigerter Adjusted Free Cashflow reduziert Nettokreditverschuldung weiter

Der operative Cashflow stieg im ersten Quartal auf rund 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Milliarden Euro). Die Veränderung basiert im Wesentlichen auf einem starken Anstieg der Verbindlichkeiten aufgrund der gestiegenen Geschäftstätigkeit. In Kombination mit gesunkenen Nettoinvestitionen dank Einzahlungen aus Flugzeugverkäufen führte dies zu einer Verbesserung des Adjusted Free Cashflows auf 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 835 Millionen Euro).

Der Konzern wies auch im ersten Quartal 2026 eine starke Bilanz auf. Die Nettokreditverschuldung lag mit 5,3 Milliarden Euro deutlich unter dem Niveau vom Jahresende 2025 (31. Dezember 2025: 6,4 Milliarden Euro). Die Netto-Pensionsverpflichtungen beliefen sich auf 1,9 Milliarden Euro und lagen somit auf dem Niveau vom Jahresende 2025 (31. Dezember 2025: 1,9 Milliarden Euro). Ende März 2026 stand dem Unternehmen Liquidität in Höhe von insgesamt 10,3 Milliarden Euro zur Verfügung (31. Dezember 2025: 10,7 Milliarden Euro).

Till Streichert, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG:

Wir sind zufrieden mit dem ersten Quartal: Die Ergebnissteigerung von 110 Millionen Euro ist bereits ein Großteil dessen, was wir uns für das Gesamtjahr vorgenommen hatten. Gleichzeitig zwingt uns die aktuelle Situation, konsequent alle Stellhebel zu prüfen, mit denen wir Kosten senken, Effizienzen heben und Risiken reduzieren können, um auch weiterhin bestmöglich handlungsfähig zu sein. Unser Jahresgewinn wird vermutlich geringer ausfallen als ursprünglich gedacht. Dennoch gehen wir auf Basis der aktuellen Buchungstrends davon aus, dass wir die hohen Treibstoffkosten sukzessive weitgehend kompensieren können – vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Und das weiterhin gut laufende Luftfrachtgeschäft unterstützt die Ergebnissituation zusätzlich. Sofern es nicht zu Lieferengpässen beim Treibstoff oder zu weiteren Streiks kommt, bin ich somit trotz gestiegener Risiken weiter der Ansicht, dass wir ein Jahresergebnis deutlich über Vorjahresniveau erzielen können.

Ausblick unter erhöhter Unsicherheit: Chancen und Risiken bestehen fort

Die globale Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch und zeigt sich auch in Krisenzeiten robust. Vor diesem Hintergrund erwartet die Lufthansa Group erneut einen starken Reisesommer. Zusätzliche Impulse kommen aus Verschiebungen von Passagierströmen: Reisende weichen vor dem Hintergrund der Krise im Mittleren Osten verstärkt von Flughäfen in der Golfregion auf die Drehkreuze der Lufthansa Group aus.

Gleichzeitig führt die aktuelle Schließung der Straße von Hormuz zu einer Verknappung des Kerosinangebots und damit zu einem signifikanten Anstieg der Kerosinpreise. Dies belastet die Kostenbasis der Lufthansa Group Airlines erheblich. Obwohl der Kerosinbedarf für das laufende Jahr bereits zu rund 80 Prozent durch die Treibstoffpreissicherung über Derivate auf verschiedene Mineralölprodukte abgesichert ist, führen die gestiegenen Kerosinpreise Stand jetzt zu Mehrkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2026. Diese finanzielle Mehrbelastung soll in den folgenden Quartalen durch steigende Umsatzerlöse aus Ticketverkäufen, eine optimierte Netzwerkplanung sowie weitere Kosteneinsparmaßnahmen ausgeglichen werden. Auch wenn derzeit an keinem der Lufthansa Group Drehkreuze mit Einschränkungen in der Kerosinversorgung zu rechnen ist, stellt eine möglicherweise reduzierte Verfügbarkeit von Treibstoff im weiteren Jahresverlauf einen weiteren Risikofaktor dar.

Aufgrund der Unsicherheitsfaktoren hat sich das Chancen-Risiko-Profil in Richtung der Risiken verschoben. Dennoch behält Lufthansa Group die Prognose für das Gesamtjahr bei, ein operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) signifikant über dem Vorjahr (1.960 Millionen Euro) zu erzielen.

Lufthansa Group

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