Austrian Airlines präsentiert 1. Quartal

06.05.2026 PS
Austrian Boeing 777 640 2
Austrian Airlines Boeing 777 (Foto: Austrian Airlines)

Austrian Airlines muss trotz höheren Umsatzerträgen im ersten Quartal 2026 einen Verlust von 112 Millionen Euro hinnehmen.

Das traditionell schwächste Quartal für Austrian Airlines ist mit einem Adjusted EBIT auf Vorjahresniveau in Höhe von -112 Millionen Euro auch 2026 deutlich negativ ausgefallen, obwohl Umsatz als auch Auslastung der Flugzeuge im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen sind.

Damit blieb das Unternehmen hinter den eigenen Erwartungen. Besonders herausfordernd waren die direkten Auswirkungen des Iran-Krieges auf Streckennetz und Kerosinkosten. Verbindungen nach Tel Aviv, Amman, Erbil, Teheran und Dubai sind bis heute ausgesetzt. Auch die Kosten infolge mehrerer Starkwetterereignisse in ganz Europa mit Blitzeis und starkem Schneefall Anfang des Jahres drückten das Ergebnis. Austrian Airlines CEO Annette Mann: „Neben viel Eis und Schnee zum Jahresanfang haben vor allem die Auswirkungen des Iran-Krieges unser erstes Quartal geprägt. Durch die Streichung von zahlreichen Nahost-Verbindungen und deutlich gestiegene

Kosten blieb das Ergebnis hinter unserer Jahresplanung. Trotz anspruchsvoller

Rahmenbedingungen sind wir aber für die Sommermonate sehr gut vorbereitet und erwarten einen starken Europa-Reiseverkehr.“ Die weiter andauernde Krise im Nahen und Mittleren Osten stellt vor allem durch die gestiegenen Kerosinpreise die gesamte Flugbranche vor Herausforderungen. Über die Sommermonate werden am Hub Wien bisher keine Einschränkungen bei der Treibstoffversorgung erwartet.

Selbstverständlich wird die Situation trotzdem engmaschig beobachtet, um im Falle lokal

auftretender Kerosin-Versorgungslücken an Zieldestinationen entsprechend vorbereitet zu sein. Gleichzeitig hat Austrian Airlines zu Beginn des Kriegs im Nahen Osten die Flexibilität ihres Flugbetriebs eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Innerhalb weniger Tage ist es gelungen, rund 20 zusätzliche Flüge im März zwischen Wien und Bangkok anzubieten, um in Asien gestrandeten Passagieren den Heimflug zu ermöglichen. Darüber hinaus hat Austrian Airlines im Auftrag des Außenministeriums Repatriierungsflüge durchgeführt, um Österreicher:innen nach Ausbruch der Krise im Nahen Osten die Gelegenheit zu einer raschen und sicheren Heimreise zu bieten.

Nächster Dreamliner wird mit 1. Juni im Flugbetrieb erwartet

Die Flottenerneuerung bei Austrian Airlines geht wie geplant weiter. Anfang April ist die dritte Boeing 787-9 zur Flotte gestoßen. Aktuell werden noch Arbeiten an Kabine und der Lackierung durchgeführt, bevor das Flugzeug mit der österreichischen Kennung OE-LPG mit 1. Juni auf der Langstrecke abheben wird. Für das heurige Jahr werden noch zwei weitere Dreamliner erwartet. Bis Ende des Winterflugplans 2028/2029 wird die Austrian Langstreckenflotte ausschließlich aus 787-9 Dreamlinern bestehen und 12 Flugzeuge umfassen.

Auch die Erneuerung auf der Kurz- und Mittelstreckenflotte ist bereits voll im Gange. Hier erhält Austrian Airlines anstelle von 17 Embraer-Maschinen sechs zusätzliche, fabriksneue Airbus A320neo mit jeweils 180 Sitzplätzen. Die erste dieser sechs Maschinen wird für Sommer 2026 erwartet. Die Airbus-Flotte wächst damit perspektivisch auf 46 Flugzeuge.

Unter dem Strich modernisiert und simplifiziert Austrian Airlines damit ihre gesamte Flotte. Statt fünf Teilflotten – E braer, Airbus, Boeing 767, Boeing 777 und Boeing 787-9 – werden zukünftig zwei hochmoderne Flugzeugmuster betrieben: die Airbus A320-Familie und die Boeing 787-9 Dreamliner.

Alle Flugzeuge der Lufthansa Group und damit auch jene bei Austrian Airlines werden außerdem in den nächsten Jahren sukzessive mit einem leistungsstarken Starlink Highspeed-Internetzugang ausgestattet. „Wir freuen uns sehr, dass die Modernisierung der Austrian Flotte voranschreitet und wir heuer insgesamt fünf neue Flugzeuge bei Austrian begrüßen werden. Gleichzeitig bestätigten die Auswirkungen der aktuellen Krise im Nahen Osten sehr deutlich die strategische Entscheidung, in neue Flugzeuge mit deutlich geringerem Treibstoffverbrauch zu investieren“, betont Austrian Airlines COO Stefan-Kenan Scheib.

Wachstum braucht verbesserte Standortbedingungen

Neben der Flottenerneuerung könnte vor allem eine Ausweitung der Langstreckenflotte am Standort Wien noch erhebliches Potenzial für den Luftverkehrsstandort Österreich und die heimische Wertschöpfung heben. Eine aktuelle Studie des Economica-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Luftfahrtdachverbands Aviation Industry Austria zeigt: Eine Million zusätzliche Passagiere am Flughafen Wien führt zu einer in Höhe von 75 Millionen Euro jährlich und bis zu 950 weiteren Arbeitsplätzen. Ein starkes Drehkreuz beeinflusst also direkt und maßgeblich die Wirtschaftskraft eines Landes. Und alleine bei Austrian Airlines würde ein zusätzlicher Dreamliner weitere 350 weit überdurchschnittlich bezahlte Arbeitsplätze schaffen.

Austrian Airlines und die Lufthansa Group sehen grundsätzlich Chancen für Wachstum am Standort Österreich. Aus diesem Grund werden bereits seit Herbst vergangenen Jahres intensive und zugleich konstruktive Gespräche mit der Politik und dem Flughafen Wien geführt – getragen von der gemeinsamen Verantwortung, den Luftverkehrsstandort Österreich zu stärken und die internationale Konnektivität des Hubs Wien auszubauen. Im Fokus dieser Gespräche stehen insbesondere eine ganzheitliche langfristige Luftfahrtstrategie inklusive Überprüfung lokaler Kostenstrukturen, die

Identifikation von Synergie- und Effizienzpotenzialen entlang der Wertschöpfungskette sowie die Bewertung notwendiger infrastruktureller Weiterentwicklungen. Parallel dazu ist das Ziel, konkrete Maßnahmen und Initiativen umzusetzen, die die Attraktivität des Hubs Wien auch aus Kundensicht noch weiter erhöhen.

Gleichzeitig unterstreicht Austrian Airlines mit operativer Stärke ihre Leistungsfähigkeit und erreichte im ersten Quartal Platz 2 im europäischen Pünktlichkeits-Ranking, im März war es sogar der Spitzenplatz. Auch die Kundenzufriedenheitswerte sind im Vergleich zum Vorjahr erneut angestiegen.

„Trotz operativer Spitzen-Performance und einer im internationalen Vergleich hohen Flugzeugproduktivität bleibt die Marge von Austrian Airlines bisher etwa 50% unter dem europäischen Schnitt, während die luftfahrtspezifischen Standortkosten zu den höchsten in Europa gehören. Die unter diesen Rahmenbedingungen erzielbaren Gewinne von zuletzt etwa 3% Marge reichen bei Weitem nicht aus, um im internationalen Wettbewerb langfristig bestehen und Investitionen wie die Flottenerneuerung oder gar Wachstum eigenständig finanzieren zu können. Es besteht also dringender Handlungsbedarf“, so Mann.

Bestmögliche Vorbereitung auf den anstehenden Reisesommer

Für den nahenden Reisesommer ist Austrian Airlines operativ gut gerüstet. Insgesamt sieben neue Destinationen werden heuer im Sommerflugplan angeflogen – Ponta Delgada auf den Azoren, das nordmazedonische Ohrid, Bergen an der norwegischen Westküste, Mytilini auf Lesbos, Bastia auf der französischen Insel Korsika sowie Bilbao und Alicante in Spanien.

Außerdem werden die freigewordenen Kapazitäten durch die temporäre Aussetzung der Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten in den Sommermonaten gezielt zu stark nachgefragten Destinationen in Europa eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf klassischen Ferienzielen wie Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga. Auch die neuen Sommerdestinationen Alicante und Bilbao werden nochmals verstärkt. Insgesamt bietet Austrian Airlines so rund 800 zusätzliche Flüge im Sommer an.

Um in der reisestärksten Saison des Jahres wie gewohnt bestmöglichen Service bieten zu können, sind auch heuer wieder die Austrian Travel Assistants am Flughafen Wien im Einsatz. Sie unterstützen beispielsweise am Check-in, im Transitbereich und beim Boarding, begleiten allein reisende Kinder und helfen bei der Kofferermittlung.

Austrian Airlines

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